
Hier erhebt sich auch die Kinzigbrücke, die uns über den gleichnamigen Fluss führt. Nachdem wir die Brücke überquert haben, halten wir uns links und folgen dem idyllischen Uferweg entlang der Kinzig. Die sanften Flusswindungen, das leise Plätschern des Wassers und der Blick auf die bewaldeten Hügel des Schwarzwalds sorgen für eine entspannte Atmosphäre.Nach einer Weile gelangen wir zu einer zweiten Brücke, die den kleineren Bach namens Wolf überspannt. Genau hier beginnt und endet der Premium-Rundwanderweg "Grenzgänger Steig", ein Rundkurs, der durch die faszinierende Natur des mittleren Schwarzwalds führt.
Wir folgen zunächst weiter dem Kinzigufer, bis wir eine Schule erreichen, die sich rechterhand befindet. An dieser Stelle zweigt unser Weg steigend nach rechts ab – der Anstieg beginnt. Ab hier tauchen wir allmählich in die tiefen Wälder und verwunschenen Pfade des Schwarzwalds ein, während wir dem Grenzgänger Steig in Richtung höher gelegener Aussichtspunkte folgen. Als erstes bedeutendes Etappenziel unserer Wanderung erreichen wir das Wolfacher Mahnmal, einen eindrucksvollen Steinkreis, der als stilles Gedenken an die im Zweiten Weltkrieg gefallenen Soldaten der Stadt errichtet wurde. Die Anlage besteht aus sechs massiven quaderförmigen Säulen, die in einem Kreis angeordnet sind, während in ihrer Mitte ein großer steinener Altarblock ruht.
Jede dieser Säulen trägt die Namen der insgesamt 84 Männer aus Wolfach, die im Krieg ihr Leben verloren. Die Inschriften sind tief in Metalltafeln eingraviert – ein stilles, aber kraftvolles Symbol für die Tragik des Krieges und die Erinnerung an die Opfer.
Die Atmosphäre hier ist besonders: Umgeben von Bäumen, in einer erhabenen Stille, lädt der Ort zum Innehalten und Nachdenken ein. Die rohe Kraft der Steine vermittelt Beständigkeit und Ewigkeit, während das natürliche Licht, das durch die Bäume fällt, für eine fast mystische Stimmung sorgt. Die kreisförmige Anordnung des Mahnmals erinnert an die alten Steinkreise der Kelten, die vor Jahrhunderten in vielen Teilen Europas errichtet wurden. Diese faszinierenden Anlagen, die man unter anderem in Großbritannien, Frankreich und Deutschland findet, hatten oft eine spirituelle oder astronomische Bedeutung. Viele Steinkreise wurden für religiöse Rituale genutzt, möglicherweise als Opferstätten oder Versammlungsorte. Einige Kreise, wie Stonehenge, wurden so errichtet, dass sie wichtige astronomische Ereignisse wie Sonnenwenden oder Tagundnachtgleichen markierten.
Die Kelten glaubten, dass bestimmte Orte besondere Energien besaßen, die durch die Steine kanalisiert wurden.
Während das Wolfacher Mahnmal eine moderne Gedenkstätte ist, erinnert es mit seiner schlichten, aber kraftvollen Architektur an diese uralten Traditionen. Die kreisförmige Anordnung und der zentrale Altar könnten – bewusst oder unbewusst – an diese archaischen Kultstätten angelehnt sein, die einst Orte der Erinnerung, Verehrung und Gemeinschaft waren.
Mit diesen Gedanken im Kopf setzen wir unsere Wanderung fort und lassen diesen besonderen Ort der Stille und des Gedenkens hinter uns. Unser nächstes Ziel mag kein Mahnmal sein, doch auch hier finden wir eine kreisrunde Steinmauer, die die Fantasie anregt. Die Örtlichkeit trägt den geheimnisvollen Namen "Hexentanzplatz", ein Begriff, der in vielen Regionen mit alten Sagen, dunklen Ritualen und längst vergangenen Bräuchen in Verbindung gebracht wird. Was steckt hinter dem Namen "Hexentanzplatz"?
Der Name deutet darauf hin, dass dieser Ort einst eine besondere Bedeutung hatte. Tatsächlich gibt es viele Hexentanzplätze in Deutschland – der berühmteste liegt im Harz bei Thale. Solche Orte wurden oft mit heidnischen Kulten in Verbindung gebracht, lange bevor das Christentum Einzug hielt. Besonders in abgelegenen Wäldern, auf Hügeln oder Bergen sollen sich Weise Frauen, Heilerinnen und Kräuterfrauen versammelt haben, um Rituale abzuhalten und die Naturkräfte zu ehren.
Ob der Wolfacher Hexentanzplatz tatsächlich ein solcher Kultort war, bleibt ungewiss – doch in alten Überlieferungen finden sich zahlreiche Geschichten, die auf mystische Treffen bei Vollmond und uralte Bräuche hindeuten. „Auf dieser Webseite findet sich ein weiterer faszinierender Wanderweg auf der Schwäbischen Alb, der zu einem Druiden-Steinkreis führt. In unmittelbarer Nähe befindet sich zudem eine alte Hexenkultstätte. Mehr dazu erfährst du hier: 🧙♀️ Wanderung von Tannek zum Burgbühl.“
Jetzt ist Kondition gefragt! Der Aufstieg zum Spitzberg und weiter zum Spitzfelsen ist steil und anspruchsvoll, doch die Mühe lohnt sich. Entlang des Weges erwarten uns zahlreiche Aussichtspunkte, die atemberaubende Blicke auf die umliegende Landschaft bieten. Oben am Gipfelkreuz angekommen, haben wir den höchsten Punkt unserer Wanderung erreicht – ein perfekter Moment, um durchzuatmen und die Aussicht zu genießen.
Nun beginnt der Abstieg, der uns zunächst am Weißen Kreuz vorbeiführt. Der Pfad schlängelt sich durch malerische Wiesen und idyllische Bauernhöfe, bis wir den letzten Aussichtspunkt unserer Tour erreichen: das Stuckhäusle. Von hier aus sind es nur noch etwa 20 Minuten zurück zum Bahnhof, wo unsere abwechslungsreiche Wanderung endet.